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Der UHC Sterzing-Gargazon „verschenkt“ den Titel an den SSV Diamante Bozen, der ihn verdientermaßen abholt

Der UHC Sterzing-Gargazon „verschenkt“ den Titel an den SSV Diamante Bozen, der ihn verdientermaßen abholt

Der UHC Sterzing-Gargazon „verschenkt“ den Titel an den SSV Diamante Bozen, der ihn verdientermaßen abholt
21. April
10:39 2024

Ein bitteres Ende für den UHC Sterzing-Gargazon nahm gestern Abend (20.4.2024) in der sehr gut gefüllten „Peter Thalguter Halle“ in Algund (in etwa 215 Zuschauer) das Finale gegen den SSV Diamante Bozen, das erst nach dem zehnten Penalty  entschieden wurde. Und dabei hatte das Endspiel um den Titel eines Italienmeisters auf dem Großfeld für unsere Mannschaft eher vielversprechend begonnen. Nach einem vorsichtigen und ausgeglichenen Beginn, gingen die Gäste aus Bozen nach neun Minuten in Überzahl mit Pavel Hornak in Führung. Mirco Accorsi, der ansonsten auf eine ansprechende Leistung verweisen konnte, befand sich gerade in der Kühlbox als unsere Gegner einnetzten. Aber die Antwort vom UHC kam postwendend. Kevin Maccani (Thomas Keim) sorgte mit einem meisterhaften Gewaltschuss aus der Distanz eine Minute später für den Gleichstand. Dreißig Sekunden darauf schloss der Sterzinger Harald Thaler eine Traumkombination mit Tomáš Navrátil erfolgreich zur 2:1 Führung für unser Team ab. Die emsigen Bozner wirkten nun wie gelähmt und konnten den Angriffen des UHC kaum Stand halten. So kam es auch, dass Robert Raffeiner nach Zuspiel von Hannes Unterhofer nach sechzehn Spielminuten auf 3:1 erhöhte. Bei diesem erfreulichen Spielstand ging es auch in die erste Pause.

Sämtliche Fotos dieses Beitrages stammen von Emanueli da Silva: im Titelbild Thomas Ortner, oben Hannes Demanega und Harald Thaler

Nach dem Wiederanpfiff vergab Unterhofer alleinstehend vor dem gegnerischen Keeper eine sogenannte „hundertprozentige“ Torchance und die Strafe kam umgehend. Es waren kaum drei Minuten verstrichen, da verkürzten die Weißroten auf 2:3 und stellten zwei Minuten später den Einstand wieder her. Bei beiden Toren der Gäste war Philip Bonenti maßgeblich beteiligt, ein Akteur der laut Medienberichten nach einer Trainingsverletzung gar nicht dabei sein hätte dürfen. Im zweiten Drittel spielte nur mehr der SSV Diamante Bozen. Unsere Leistungsträger wirkten extrem nervös und äußerst verunsichert. Kein ordentlicher Spielzug wurde von unserem Team durchgezogen, während sich die Bozner im spielerisches Wirrwarr sichtlich wohl fühlten. Und fünfzig Sekunden vor dem zweiten Pausentee war es wiederum Philip Bonenti, welcher für die neuerliche 3:4 Führung für den SSV Diamante Bozen sorgte.

 Thomas Keim gab sich kämpferisch und wurde mit einem Treffer belohnt

Der UHC Sterzing-Gargazon, der als großer Favorit in dieses Endspiel gegangen war, nachdem er den Grunddurchgang und das Playoff Halbfinale souverän dominiert hatte,   kam sichtlich angeschlagen und konzeptlos aus der Kabine zurück. Der Spielverlauf war weiterhin ausgeglichen, wenn man bedenkt, dass unser Goalie Manuel Pichler insgesamt 36 Mal erfolgreich eingreifen musste, während der Bozner Torwart 34 Mal abwehren konnte. Nach fünf Minuten im letzten Spielabschnitt war es neuerdings Philip Bonenti, nach Ansicht dieser Redaktion „the man of the match“, welcher zum 3:5 einnetzte. Nun versuchte es unsere Mannschaft mit der Brechstange, rannte jedoch erfolglos gegen die gut gestaffelte Abwehr der Bozner an. Nach dreizehn Minuten tankte sich Raphael Kuppelwieser, der erst im letzten Spielabschnitt sporadisch zum Einsatz kam, auf der rechten Seite durch und setze mit einem Traumpass Thomas Ortner ein, welcher mit einem Kabinettstück den Ball ins gegnerische Tor versenkte. Es waren genau 37 Minuten nach unserem letzten Treffer verstrichen. Nun keimte in unseren Reihen endlich wieder Hoffnung auf. Nach einer überstandenen zwei minütigen Unterzahl, mussten auch die Gäste eine Zeitstrafe hinnehmen. Und der UHC Sterzing-Gargazon nützte das erste sich bietende Power Play; Tomáš Navrátil legte maßgeschneidert für Thomas Keim auf, welcher mit einem gekonnten Knaller ins Kreuzeck das 5:5 erzielte.  In den letzten beiden Minuten setzte der UHC seinen Sturmlauf fort, aber der ersehnte Torerfolg blieb aus.

 Giorgio Picin, Kapitän des SSV Diamante im Zweikampf mit unserem Tomáš Navrátil

Nun ging es in die zehn minütige Verlängerung, wo die Hausherren stets am Drücker waren, konnten jedoch aus den nicht gut durchdachten Angriffen kein Kapital daraus schlagen. Der SSV Diamante Bozen stand gut in der Verteidigung und sorgte immer wieder für brandgefährliche Gegenstöße. Nach 70 Spielminuten endete das Spiel unentschieden 5:5.

 Manuel Schmider prüft den gegnerischen Keeper

Die anstehenden fünf Penalties mussten die Entscheidung für den Titel eines Italienmeisters bringen. Die ersten drei Penalties wurden von beiden Mannschaften sicher verwandelt; der SSV Bozen verschoss den vierten, so auch unser Florian Astenwald, der beim Finale nie zum Einsatz gekommen war, aber sich für die Penalty-Lotterie zur Verfügung gestellt hatte. Den fünften Penalty verwandelte der Bozner Philip Bonenti sicher, während Robert Raffeiner daneben zielte. Die Entscheidung war gefallen: für den SSV Diamante Bozen war es der sechste Titel nach zwölf Jahren (letzter Titel 2012), für den UHC Sterzing-Gargazon die dritte Finalniederlage, davon eine als ASV Sterzing Volksbank in L’Aquila. Ein aufrichtiger Glückwunsch ergeht an den neuen Italienmeister, aber auch an unser Team, das bis zum letzten Penalty den Sieg immer vor Augen sah. Jedoch den Sieg nur vor Augen zu haben, ist einfach zu wenig um Meister zu werden.

Fazit: aus der Sicht des Präsidenten des UHC Sterzing-Gargazon, Felix Rampelotto, war es „ein Albtraum aus dem es kein Erwachen gibt„.

 

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